Portishead in Köln, 6.4.2008

Wer gestern abend im Kölner Palladium dabei war, konnte sich ein Bild davon machen, welchen Stellenwert Portishead eingenommen haben. Sie hätten auch eine größere Halle gefüllt — und das trotzt des Eintrittspreises knapp unter 40 Euro.

Es ist kein Comeback — so hat es Geoff Barrow verkündet. Sie waren also nie weg, aber sind sie noch die alten? Ich hatte den Endruck, dass die Faszination für die alten, ambivalenten, melancholischen, schönen Trip-Hop-Balladen noch immer da ist, bei der Band wie beim Publikum. Sie haben sich offensichtlich nicht dran satt-gespielt, sonst wäre da mehr Variation beim Repertoire der ersten beiden Alben, das die Band nahezu Studio-getreu performt.

Aber dann ist da auch eine neue Band mit anderen, ungewohnten Songs vom dritten Album. Da hämmert Barrow die Sechzehntel aufs Drum-Pad (der Titel “Machine Gun” ist auch auf MySpace zu hören), ergänzt von Synthie-Flächen und -Sägezähnen. Alle neuen Songs sind schneller, treibender als das, was man von Portishead gewohnt ist. Man erinnert sich an Depeche Mode, verwirft die Assoziation aber schnell wieder, denn dafür klingt Portishead zu dreckig und zu rockig. Man will sich weiter entwickeln.

Das Album “Third”, das am 25. April erscheint, wird besser zeigen, was beim flüchtigen ersten Eindruck nicht aufzunehmen war.

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